"Westfalen-Blatt" vom

Lebendiger Mittelpunkt der Stadt

Großes Dankeschönkonzert in der Pauluskirche – Neuer Glanz

Von Heike Festerling

Bünde (BZ). Knapp zwei Jahre ist es nun her, dass sich der Förderverein zur Erhaltung der Pauluskirche gegründet hat. Viel ist bisher geschehen und von vielen Förderern und ehrenamtlichen Mitarbeitern in Bewegung gesetzt worden. Sichtbares Zeichen für die überwältigende Zahl von rund 1000 Besuchern des Dankeschönkonzertes am Sonntagabend in der Pauluskirche waren der neue Innenanstrich, die gut gepolsterten Bänke, ein neuer Teppich, ebenso stilvolle wie zweckmäßige Lampen und nicht zuletzt das wunderschön restaurierte und illuminierte Kirchenfenster. Dieses hat in der letzten Woche seinen Platz im oberen Seitenschiff bekommen und einen ganz neuen, schönen Eindruck in das Kirchenschiff wirft.

files/brAssMEN/0presse/westfalenblatt_2010-02-23.jpg

Die Pauluskirche präsentierte sich in ihrem schönsten Glanz, um die perfekte räumliche und akustische Kulisse für das Konzert des
Bläserquintetts Brassmen zu bieten. Der Vorsitzende des Fördervereins, Kurt Haubrock, und Bürgermeister Wolfgang Koch betonten in ihren Laudatien, dass dieses Ereignis vor zwei Jahren niemand für möglich gehalten hätte. Aber klug planende Köpfe, großes Ideenreichtum und unzählige Förderer und Helfer hätten die Pauluskirche zu dem gemacht, was sie heute ist: zu einem lebendigen kulturellen und kirchlichen Mittelpunkt im Herzen der Stadt.

Hierzu passte das breite musikalische Spektrum des Konzertes, das die Brassmen bravourös und mit viel Humor intonierten. Johannes Langendorf, Markus Motschenbacher (beide Trompete), Micha Klappert (Horn) und Richard Meidl (Tuba) sind alle Militärmusiker, während Klaus-Peter Diehl (Posaune) Posaunenwart des CVJM ist. Diese fünf Musiker kombinieren Musik aller Stilrichtungen zu einem crossover-Programm, angereichert durch witzige Moderationen und kabarettreife Auftritte.

So zogen die Musiker »im Gleichschritt, Marsch« zur Militärmusik ein, um gleich darauf, sehr feinsinnig und transparent gespielt, Charpentiers »Te Deum« zu intonieren. Auch Mozarts »Kleine Nachtmusik«, vom Publikum bereits am ersten Akkord erkannt, wurde mit viel Witz und Augenzwinkern vorgetragen. Für den »Blumenwalzer« aus Tschaikowskys Nussknacker - Suite kleideten sich die beiden Trompeter in rosafarbene Tütüs und boten mit viel komischem Talent eine Tanzeinlage à la russischem Staatsballet. Mit dieser Nummer hatten die fünf Musiker endgültig das Publikum für sich gewonnen.

Dass ihnen aber auch die christliche Botschaft am Herzen liegt, bewiesen sie mit dem sehr schlicht und einfühlsam interpretierten Choralsatz »Wie schön leuchtet der Morgenstern« von Bach.

Im zweiten Teil wurde es jedoch ernst. Was folgte, war ein »echter Armlehnenkraller« (so der Tubaspieler Richard Meindl, der auch der Arrangeur dieses Stückes war). Die beiden Trompeter, Johannes Langendorf und Markus Motschenbacher, wollten ihren Streit mit der Pistole, sprich der Trompete im Anschlag, austragen. Einsame Cowboys schienen zu der Musik des Filmklassikers »Spiel mir das Lied vom Tod« vor dem Ohr der Zuhörer über die Prärie zu ziehen, sogar das Pferdewiehern war zu vernehmen, und immer wieder erklang die berühmte Mundharmonikamelodie. Das Publikum feierte dieses wunderbare Ensemble am Ende mit standing ovations.

Die Pauluskirche ist aus dem Herzen dieser Stadt und seiner Bewohner nicht wegzudenken.

© Westfalen-Blatt, www.westfalen-blatt.de

Zurück